Philine Fahl
Philine Fahl

PHILINE FAHL, "Schwere Mädchen"
Rheinische Musikschule, Köln-Ehrenfeld
31. Oktober bis 30. November 2007

Philine Fahl - merkwürdige Frauenfiguren: Sie sind pummelig, kahlköpfig, haben wülstige Lippen, kreisrunde Augen und nur vier Finger an jeder Hand wie die Comic-Ikone Daisy Duck. Da steht eine "Schöne Königin" in strammer Haltung auf ihrem Sockel. Die Krone ist nicht golden, sondern schwarz. Ihre vierfingrigen Hände soldatisch akkurat an die Oberschenkel gepresst, den Kugelbauch vorgestreckt steht sie fest auf ihren stämmigen Beinchen mit Füßen, groß wie Schwimmflossen, gleichfalls nur mit vier Zehen. Ein Gegenentwurf zum Frauenbild der Glamour- und Modewelt aus der Hand der Künstlerin Philine Fahl? Vor über fünfzehn Jahren verließ die Künstlerin das Terrain der klassischen Leinwand mit Öl- und Temperafarben und wandte sich dem Linolschnitt zu. Zwar sind die Linoldrucke gleichfalls zweidimensionale Bildtafeln, doch gewinnen die mehrfach in vielen Farbschichten übereinandergedruckten Motive eine plastische Anmutung, umso mehr, wenn die Werke aus bis zu neun Einzelblättern zusammengefügt sind.

Studiert hat die gebürtige Hannoveranerin Philine Fahl an der Mutheisen-Hochschule in Kiel bei Professor Peter Nagel. Nagel ist selbst ein Verfechter des gebrochenen Realismus und war Anfang der 1970er Jahre Mitglied der Künstlergruppe Zebra, die sich einem Realismus zwischen Fotographie und Grafik verschrieben hatte. Seit 1993 stellt die heute 39-Jährige Künstlerin aus. Philine Fahl lebt und arbeitet in Köln.



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