Paul Kremp

PAUL KREMP, Fernweh
Rheinische Musikschule Kultur Köln 30
18. Oktober bis 17. November 2006

Presseartikel zur Ausstellung (PDF, 230 kb)

Der Maler, Schriftsteller, Filmer Paul Kremp widmet sich seit geraumer Zeit Themen des kleinbürgerlichen Alltags. Besonders in den letzten Jahren trat er mit seinen comicnahen Acrylbildern in Erscheinung. Kremp malt keine Comics, bedient sich aber der Bildsprache der "Klaren Linie", maßgeblich geprägt von Hergé (Tim & Struppi). Alle Farben in den Bildern sind durch schwarze Linien von "klar" einander getrennt und erhöhen hier ihre Wirkung. Selten nur finden sich in den Bildern Farbabstufungen. Neben der klischeeartigen Wiedergabe von (spießigen) Alltagsmomenten verstärkt Kremp in seinen Bildtitel durch Zitate vertrauter Leerformeln ("Er kann sich stundenlang alleine beschäftigen") die Wirkung seiner Bilder und überhöht sie zur skurrilen Nebenwelt. Jedes seiner Bilder entwickelt eine eigene, vertraute Geschichte. Dabei arbeitet er auf ironische Weise in Bildserien wie "Wenn ich einmal Groß bin" oder "Fernweh" Kindheits-/ Jugenderinnerungen auf. Seine gestaltete Gegenständlichkeit wird zur Parodie einer figurativen Malerei, gleichwohl stellt sie auch die Überheblichkeit des Betrachters gegenüber der "Welt der anderen" in Frage. Weil: "Alles was wir hassen / seit dem ersten Tag / wird uns nie mehr verlassen, / weil man es ja irgendwie mag." (Tocotronic).

Paul Kremp ist im April 1962 in St. Wedel / Saar geboren. Seit 1982 arbeitet er als freischaffender Künstler. Er ist Filmer, Romanautor und bildender Künstler. Er wurde gefördert durch das Kuratorium junger deutscher Film und Alexander Kluge. Leistete Regie- und Performancearbeiten für ZDF, RTL, NDR, VOX und Buenavista/Disney. Als Autor veröffentlichte er unter dem Pseudonym Victor Aadic die Romane "Alles im Fluss" und "Heim & Garten". Bundesweit stellte er seine bildnerischen Werke (ÖL, Aquarell, Mosaik, Acryl) aus. Kremp lebt und arbeitet in der Nähe von Stuttgart

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