Marina Naprushkina

MARINA NAPRUSHKINA, "60 Jahre Sieg"
Hochbunker, Köln-Ehrenfeld
04. Mai bis 03. Juni 2007

Bilder von der Vernissage

Presseartikel KStA (PDF, 394 kb) Presseartikel Kölnische Rundschau (PDF, 430 kb)


Jahrelang war Hochbunker Körnerstraße geschlossen: Nun ist er als Kunstort wieder für die Öffentlichkeit zugänglich. Umfangreiche Umbauten waren notwendig, um diesen einzigartigen Ausstellungsort wieder nutzbar machen zu können. Kultur Köln 30 und die Bezirksvertretung Ehrenfeld hatten sich in den vergangenen Jahren dafür stark gemacht, dass der Bunker der Kölner Kunstszene zurückgegeben wird.
Nun ist es so weit. Mit einer Einzelausstellung der weißrussischen Künstlerin Marina Naprushkina knüpft Kultur Köln 30 an große Ausstellungen der Vergangenheit an. Den Anfang machten die Ausstellungen mit Felix Droese "Ich habe Anne Frank umgebracht" und "Kinderzeichnungen aus Theresienstadt" (1988/1989). Mit Ausstellungen wie "Das Leben der Felice Schragenheim" (1998) oder Andrea Morein "Never Trust Biographies" (1999) setzte Kultur Köln 30 wichtige inhaltliche Marken in der Ausstellungstätigkeit im Bunker. Der Luftschutzbunker steht in unmittelbarer Nachbarschaft zum Grundstück, auf dem die 1938 zerstörte Ehrenfelder Synagoge stand.
Die Künstlerin Marina Naprushkina hat eigens für den Bunker eine Ausstellung konzipiert. "60 Jahre Sieg" ist eine Ästhetisierung der weißrussischen Feierlichkeiten zum 60. Jahrestag des Sieges über den Faschismus mit Malerei, Fotos und Video-Installationen. Damit knüpft die Künstlerin thematisch an das an, was Felix Droese 1988 begonnen hatte: Eine Auseinandersetzung mit dem Faschismus. Naprushkina zeichnet jedoch zugleich ein ironisch-kritisches Bild der verordneten Feierlichkeiten in den Staaten der ehemaligen Sowjetunion. Weißrussland wird seit 1994 von dem autokratischen regierenden Postkommunisten Aleksandr Lukashenko repräsentiert.

Marina Naprushkina wurde 1981 in Minsk / Belarus geboren, studierte an der Kunsthochschule in Minsk (1999), erhielt das Staatstipendium des Ministerpräsidenten (1999) und den Kunstpreis der Stadt Minsk (2000). Sie arbeitete in Filmstudios und nahm am Trickfilmfestival in Moskau teil (2001). Ab 2000 studierte sie an der Hochschule für bildende Künste in Karlsruhe und ab 2004 an der Hochschule für bildende Künste, Städelschule Frankfurt. Viele wichtige Einzelausstellungen hatte sie in den letzten Jahren, wie "Good Bye Lenin" 2004 in Frankfurt oder 2005 "Mein Präsident" in der Kunsthalle von Arnstadt (NL). Marina Napruskina lebt und arbeitet zur Zeit in Frankfurt/Main.

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